UMTS
Unter der Abkürzung UMTS wird in der Telekommunikation der Begriff Universal Mobile Telecommunications System geführt.
Versteigerung der UMTS Lizenz
Dieser Standard für die mobile Kommunikation wurde in Deutschland im Jahr 2000 eingeführt, als die Bundesregierung die Lizenzen dafür versteigerte und insgesamt 98,8 Milliarden DM von den verschiedenen Mobilfunkanbietern dafür gezahlt wurden. Zu diesen Anbietern zählten zum damaligen Zeitpunkt T-Mobile, Vodafone, MobileCom, O2 sowie die Konsortien Group 3G und Auditorium Investment Germany S.à.r.l., letzterem gehört unter anderem der wohl bekanntere Anbieter E-Plus an. Von diesen Anbietern sind jedoch nur noch 4 in Besitz einer UMTS-Lizenz, da zum einen MobilCom seine Lizenz freiwillig zurückgab und zum anderen die Group 3G ihre Lizenz verlor, da das Konsortium nicht mehr in Deutschland tätig war und ein Verkauf durch die Regierung bzw. die getätigten Verträge untersagt war.
Anlaufprobleme
Obwohl Lizenzen schon im Jahr 2000 vergeben wurden dauerte es bis zum Jahre 2003, bis es zu den ersten Tests der neuen Technik in der Praxis kam. Dies ist vor allem dem schleppenden Netzausbau, der aufgrund der enormen Lizenzkosten durch die Mobilfunkanbieter nicht genügend schnell vorangetrieben werden konnte, aber auch den fehlenden Anwendungen und auch UMTS-fähigen Geräten geschuldet gewesen. Als Standard ist zählt die Technik zur dritten Generation der Übertragungssysteme, was im Allgemeinen auch mit 3G abgekürzt wird. UMTS löste somit den GSM-Standard der zweiten Generation ab. Der Unterschied besteht hier vor allem in den erreichbaren Übertragungsraten. So kann bei UMTS eine Downloadrate von bis zu 384 kb pro Sekunde gegenüber den 55 kb pro Sekunde bei GSM erreicht werden. Da dies jedoch bei heutigen Anwendungen wie Videoübertragung oder -betrachtung noch relativ gering ist, wurde zusätzlich das HSDPA Verfahren für die Datenübertragung eingeführt, Mobilfunkgeräte die diesen Standard unterstützen können daher an den Abkürzungen HSDPA, 3G+, 3.5G oder auch UMTS-Broadband identifiziert werden. Diese Technik erlaubt dann Transferraten von bis zu 14,4 MBit pro Sekunde, was in etwa einem Viertel eines üblichen WLANs entspricht. In der Praxis können die optimalen Werte jedoch zumeist aufgrund von Störungen in Form von Interferenzen oder ähnlichem nicht erreicht werden. Neben diesem Standard für eine höhere Downloadrate ist zudem auch der HSUPA verfügbar, welches die Sendeleistung der Geräte auf bis zu 5,8 MBit pro Sekunde erhöht.
Mehr Möglichkeiten durch schnelle Übertragungsrate
Durch die hohen Übertragungsraten können UMTS-fähige Geräte je nach installierten Programmen und Hersteller einige zusätzliche Dienste anbieten. So ist es beispielsweise möglich Videotelefonie zu betreiben bzw. E-Mails oder SMS auch mit Ton oder Videos zu verschicken. Ebenfalls möglich über UMTS ist der Zugriff auf das Internet, wobei jedoch teilweise hohe Kosten entstehen können. Auch Banken sowie Fernsehsender bieten teilweise die Möglichkeit, ihre Dienste über diesen Standard in Anspruch zu nehmen, außerdem ist es damit möglich, die immer beliebter werdende Möglichkeit zu nutzen, das Handy oder Smartphone auch als Navigationssystem zu benutzen. Zudem zeichnen sich die Geräte dadurch aus, dass es durch UMTS ermöglicht wird, verschiedene Dinge wie Telefonieren und SMS schreiben oder empfangen gleichzeitig zu tun, da nicht nur ein sondern mehrere Datenströme gleichzeitig vorhanden sind. Heutzutage ist in den meisten Städten ein guter Empfang gewährleistet, wobei dieser auch im Jahr 2010 noch keine 100% erreicht hat.
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